Artikelserie „Casinobetrug“ – Teil 1: Regeln sind da, um gebrochen zu werden

Ein Überblick über einige Methoden, die Betrüger nutzten, um zu gewinnen (dabei jedoch teilweise ertappt wurden)

Es ist kein Geheimnis, dass im Glücksspielgeschäft die Bank immer gewinnt. Wo indes viel Geld und viele Teilnehmer1 aufeinandertreffen, gibt es immer einen, der das System zu seinen Gunsten auszutricksen versucht.

1 Um dies in eine Perspektive zu setzen: Es wird geschätzt, dass am Glücksspielmarkt allein in Deutschland über 70 Milliarden Euro pro Jahr umgesetzt werden. Zudem haben gemäß Studien rund sieben von zehn Deutschen schon in der einen oder anderen Form an Glücksspielen teilgenommen.

In diesem ersten Artikel einer zweiteiligen Artikelserie schauen wir uns einige der bekannteren Fälle von Spielern an, die durch ausgefeilte Techniken oder offenen Betrug zu gewinnen versuchten.

Wie die meisten Casino-Spiele beruht Roulette vollständig auf Zufall. In anderen Worten: Ob jemand gewinnt oder verliert, hängt vom Glück ab. Dennoch gab es immer wieder Spieler, die versuchten, ein wiederverwendbares System zu finden, das ihnen helfen würde, trotz schlechter Chancen zu gewinnen – wenn auch mit wenig Erfolg2. In den folgenden Fällen setzten die Spieler auf kreativere Wege, um sich einen Gewinn zu sichern.

2 Seit Urzeiten haben Menschen versucht, eine funktionierende Strategie zu finden, wie man die Bank schlägt. Verschiedene Roulette-Systeme wurden entwickelt, doch keines hat sich als erfolgreich herausgestellt. Über Erfahrungen zu verschiedenen Roulettesystemen haben etliche Webseiten wie etwa casinoerfahrungen.org und viele andere geschrieben. Auch RouletteZeit hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt.

Die Franzosen wissen, wie’s geht

Die Französin Monique Laurent schaffte es zusammen mit einem Team aus Familienmitgliedern und Freunden, an den Roulette-Tischen des Casinos von Deauville über eine Million Dollar zu gewinnen. Ihr Gewinn hatte nichts mit Glück zu tun.

Vielmehr basierte er auf raffinierter Technik und der Hilfe eines betrügerischen Roulette-Dealers. Wenn man bedenkt, dass der Schwindel 1973 stattfand, war er ziemlich modern für seine Zeit.

Das Team von Laurent setzte nämlich auf eine Roulette-Kugel, die mit einem Radioempfänger präpariert worden war.

Der betrügerische Croupier brachte die Kugel heimlich ins Spiel, und Laurent konnte mit einer falschen Zigarettenpackung, die einen Radiosender enthielt, steuern, wo die Kugel landen würde.

Mit einer Trefferquote von 90 Prozent konnte sie bewirken, dass die Kugel in einer Gruppe von sechs Zahlen landete. Die anderen Teammitglieder platzierten die entsprechenden Wetten und kassierten die Gewinne.

Am Ende wurde Laurent geschnappt.

Nicht alle Roulette-Räder sind gleich gebaut

Der bekannteste Casino-Schwindler beim Roulette, Gonzalo Garcia-Pelayo, knackte ganz einfach den Code hinter dem drehenden Rad. Der Spanier begann seine Roulette-Karriere in Madrid mit der simplen Theorie, dass Roulette-Räder nicht perfekt zufällig sind. Er verbrachte Stunden damit, Roulette-Ergebnisse aufzuzeichnen. Mithilfe eines Computers analysierte er die Resultate, um die Wahrscheinlichkeiten des Spiels zu entdecken.

Garcia-Pelayo fand heraus, dass jedes Rad Mängel aufwies und bemerkte, dass gewisse Zahlen häufiger fielen als andere. Er nutzte sein Wissen und verdiente in einer seiner ersten Nächte in Madrid über 600.000 Euro.

Danach ging Garcia-Pelayo nach Las Vegas, wo er in den frühen 1990er Jahern insgesamt zwei Millionen Dollar gewann. Schließlich bekam er Casino-Verbot – allerdings bloß wegen „unethischen“ Verhaltens, zumal das, was er machte, keine Straftat war.

Ärger in Bayern

Eine 26 Mitglieder starke Bande nutzte einen viel simpleren Trick, um diverse Casinos während mehrerer Jahre um beträchtliche Geldsummen zu betrügen – unter anderem in Bayern, wie die Welt in 2012 berichtete.

Die Gruppe wählte meist die Roulette-Tische als Ziel. Dabei setzte sie auf eine sehr einfache, aber erfolgreiche Vorgehensweise. Während ein Mitglied das Personal ablenkte, platzierte ein anderes rückwirkend eine hohe Wette auf die Zahl, auf der die Kugel gelandet war.

Einige der Bandenmitglieder, die mehrheitlich aus Italien stammten, waren den Sicherheitsleuten der Casinos bereits bekannt. Trotzdem konnten sie sich Zutritt verschaffen, indem sie sich tarnten und falsche Personalausweise verwendeten.

Sie wurden zwar gefasst. Doch vorher gelang es ihnen, einen unbekannten Geldbetrag – bis zu 10.000 Euro pro Nacht – einzustreichen.

Fazit: Die Kreativität eines motivierten Menschen kennt keine Grenzen. Im zweiten Teil dieser Artikelserie wollen wir uns kurz die andere Seite der Medaille anschauen, d.h. die Situationen, in denen die Spieler zum Opfer geworden sind.