Artikelserie „Casinobetrug“ – Teil 2: Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Warum Glücksritter manchmal trotzdem verlieren, wenn sie eigentlich gewinnen

Dies ist der zweite Teil der Artikelserie über Betrug in der Glücksspielindustrie. Im ersten Artikel der Serie wurde über die Betrugsfällen der Spieler berichtet. In diesem Artikel werden wir uns das Glücksspiel einmal aus einer anderen Perspektive betrachten – wenn nämlich anstatt wie üblich die Casinos vielmehr die Spieler Opfer von unfairem Handeln oder sogar von Betrug werden.

Sie denken, Sie haben einen 43 Millionen EUR großen Jackpot gewonnen? Fehlanzeige!

Ein kurioser Fall ereignete sich im Jahr 2012, der auch von Medien aufgegriffen wurde. Ein Glücksritter konnte sein Glück nicht fassen, als er vorgeblich den Jackpot an einer der Slot Machines in einem österreichischen Casino knackte: eine satte Summe in Höhe von 43 Millionen EUR leuchtete auf dem Bildschirm auf, als Mitarbeiter vom Casino Bregenz sich ihm und seiner begleitenden Frau näherten und behaupteten, dass das ein Softwarefehler sei und sie tatsächlich nur 4500 EUR gewonnen hätten – dies sei der maximale Jackpot, der an diesem bestimmten Spielautomaten erlaubt sei.

Das Ehepaar aus der Schweiz wollte das jedoch nicht hinnehmen und beschloss, die Polizei zu rufen. Sie hatten sogar die Möglichkeit, mit ihren Handys den Bildschirm der Slot Machine zu filmen, was sich im Nachhinein als sehr nützliches Beweismittel in den folgenden Gerichtsverfahren herausstellte.

Die Casinos Austria AG, die das betreffende Casino leitete, bot zunächst außergerichtlich eine Summe in Höhe von 500.000 EUR an – dennoch war dies nur ein Zehntel der Summe, die der Schweizer von der Betreiberfirma des Casinos ursprünglich gefordert hatte.

Die Parteien konnten sich schließlich einigen. Die Bedingungen ihrer Vereinbarung sind nicht exakt überliefert, doch es wird spekuliert, dass Casinos Austria zugestimmt hat, dem Spieler einen Betrag von 1 Mio. EUR zur abschließenden Begleichung des Falles auszuzahlen.

Seriös oder nicht seriös, das ist hier die Frage

Beim Lotto einmal fett absahnen, so lautet der Traum von Vielen. Dass die Gewinnwahrscheinlichkeit sehr gering ist, wissen die Tipper nur allzu gut. Deshalb sind gewerbliche Tippgemeinschaften immer beliebter, denn sie versprechen, die minimalen Chancen, um den Jackpot zu knacken, deutlich zu vergrößern ganz nach dem Motto: mehr Kreuze, mehr Treffer.

Allerdings muss man schon ganz genau aufpassen, dass die Firmen hinter der Dienstleistung auch seriös sind. Vor ungefähr einem Jahr wurde bekannt, dass Tausende Deutsche über mehrere Jahre hinweg von einer Betrügerbande systematisch abgezockt worden sind. Die Masche war relativ simpel: Geld wurde abgebucht, aber nur ein Bruchteil davon wurde auch als Einsatz verwendet. Der Rest des Geldes landete indes in den Taschen der Betrüger. Der Schaden insgesamt: 5 Mio. Euro.

Online spielen und dabei schwarze Schafe vermeiden

Es ist immer eine gute Idee, eine Hintergrundüberprüfung des Unternehmens durchzuführen, das Online-Glücksspiele anbieten, und somit festzustellen ob diese seriös sind oder nicht. Ein guter Ausgangspunkt für eine tiefere Recherche ist onlinecasinobetrug.net. Aber in manchen Fällen hilft auch das nicht – die herausgekommenen Skandale der beiden Online-Poker-Anbieter Absolute Poker im Jahr 2007 und Full Tilt Poker im Jahr 2011 sind Paradebeispiele dafür.

Auch Betreiber von Online Casinos sind von derartigen Skandalen nicht verschont geblieben. Erst kürzlich wurde bei BetOnline ein Skandal bei aufgedeckt, was zeigt, dass die gesetzliche Regulierung von Online Casino Spielen enorm wichtig ist.

Seit der Einführung von Online Spielen mit einem Live Dealer fühlen sich viele Spieler aufgrund der Anwesenheit eines echten Dealers sicherer, wenngleich diese auch nur virtuell auf dem Computerbildschirm stattfindet. Aber auch hier hat ein Spieler seine bereits seine Erfahrung offenbart, nachdem ihn ein Händler angeblich betrogen hat. Michael Morgenstern, ein Profi im Kartenspiel Black Jack, hat im Februar ein Video auf seinem YouTube-Account gepostet, worin er die Machenschaften des Dealers aufzeigt. In dem 26 Minuten langen Video markiert der Zeitpunkt 5 Minuten und 38 Sekunden die entscheidende Stelle: Der Dealer gibt zuerst eine Karte an einen anderen Spieler aus dem Kartenschlitten aus und gibt sich selbst dann die Karte, die eigentlich Morgenstern zugeordnet gewesen wäre.

Es scheint so, als hätte der Dealer die oberste Karte mit einem Finger oben gehalten und dann die darunterliegende Karte aus dem Kartenschlitten gezogen, um sie dann dem anderen Spieler zu geben. Morgenstern hat trotzdem gewonnen, doch er behauptet, dass Spieler genau wissen sollten, worauf sie sich einlassen.