Roulette in Film, TV und Büchern

Die Faszination der rollenden Kugel lässt sich schwer verleugnen, zahlreiche Zeugen in Film und Literatur sprechen dafür. Selbst in klassischen Werken von Dostojewski und George Eliot taucht das spannende Glücksspiel auf, ganz zu schweigen von den zahlreichen modernen Filmen, die sich mit dieser Thematik beschäftigen: Begeben Sie sich auf einen kleinen Exkurs in die Kulturgeschichte des Roulettes!

Geschichtenerzähler scheinen das Glücksspiel zu lieben, es bietet einfach alle Elemente für eine fesselnde Story: Gewinn und Verlust, Hoffnung und Verzweiflung, Spannung und Risiko. Dostojewskis Werk „Der Spieler“ erschien im Jahr 1866, der Autor brachte zahlreiche persönliche Erfahrungen in seinen Roman mit ein. Er selbst war dem Glücksspiel geradezu verfallen und fand immer wieder seinen Weg zurück an den Roulettetisch. Zehn Jahre später veröffentlichte George Eliot ihr Buch „Daniel Deronda“, die Schriftstellerin platzierte die Handlung ins viktorianische Zeitalter mitten in die fiktive Stadt Leubronn. Derondas geliebte Gwendolen fühlt sich dem Roulettespiel äußerst zugeneigt, versetzt dafür ihr kostbares Halsband – und er kauft es ihr zurück. Romantik pur!

Auch einige großartige Filmklassiker beschäftigen sich mit dem Glücksspielthema, wobei das Roulettespiel häufig eine wichtige Haupt- oder Nebenrolle spielt. Ganz zu Anfang sei hier der Blockbuster „Casino“ aus dem Jahr 1995 genannt, der auch nach 22 Jahren noch eine besondere Anziehungskraft entfaltet. Martin Scorseses Gangsterdrama dreht sich vor allem um die Verstrickungen und Intrigen im Hintergrund des großen Casinogeschäftes in Las Vegas. Robert de Niro, Joe Pesci und Sharon Stone schmücken dieses filmische Meisterwerk, das die Roulette-Thematik nur am Rande touchiert.

Eine deutlich höhere Roulettedosis bietet „Der Croupier“ aus dem Jahr 1998. Der erfolglose Autor Jack nimmt eine Stelle als Croupier im grauen, verregneten London an. Am Roulettetisch holt er sich die nötigen Inspirationen für seinen neuen Roman, verliebt sich in eine geheimnisvolle Spielerin und erfährt, dass sie einen Spielbanküberfall plant. Das britische Filmdrama gehört der Sparte Neo-Noir an, Clive Owen brilliert in der Hauptrolle. Wenn Sie also demnächst Lust haben, einen echten Roulette-Klassiker anzuschauen, dann kommen Sie an diesem Streifen kaum vorbei!

Ein Blick zurück in die Vierzigerjahre des letzten Jahrhunderts zeigt deutlich die vielfältigen Facetten, die das Thema in der Pop-Kultur mit sich bringt. Der Kultfilm Casablanca vereint Melodram und Kriminalgeschichte, zudem besitzt er deutliche politische Anteile. Im Jahr 1942 bot es sich geradezu an, das Kriegsgeschehen in Europa in die Handlung mit einzubinden; auch der manipulierte Roulettekessel in Rick’s Café Américain spielt eine entscheidende Rolle. Humphrey Bogart und Ingrid Bergman verdienten sich mit diesem Film ein gutes Stück Untersterblichkeit, zugleich trugen sie dazu bei, den Ruhm des Roulettespiels in aller Welt zu verbreiten.

Humphrey_Bogart_1940_crop

Erinnern Sie sich an die Rouletteszene aus Alfred Hitchcocks Meisterwerk „Über den Dächern von Nizza“? Der ehemalige Juwelendieb die Katze (Cary Grant) lässt ganz galant einen hochwertigen Jeton in das Dekolleté einer Dame fallen. Erotik und Glücksspiel gehen in Film und Literatur auffällig oft Hand in Hand, wahrscheinlich liegt dies an der prickelnden Spannung, die von beiden Themen ausgeht. Nicht umsonst hat auch die schöne Grace Kelly ihren Auftritt in diesem Klassiker, der 1955 seinen Siegeszug auf den Kinoleinwänden antrat.

Und wo wir gerade bei den imposanten Filmgrößen vergangener Zeiten sind: Auch Robert Redford und Paul Newman kam bereits die Ehre zuteil, sich auf das glamouröse Glücksspielparkett begeben zu dürfen. Die beiden wetteiferten 1973 in „Der Clou“ mit unehrlichen Gegnern, um ihnen auf noch unehrlichere Weise die Spielgewinne abzunehmen. Redford scheitert in einer Szene an einem manipulierten Roulettekessel und verliert dabei all sein bisher angesammeltes Vermögen. Dieses filmische Werk genießt zwar nicht denselben Bekanntheitsgrad wie „Casablanca“, spielte zu seiner Zeit aber mehr als 160 Millionen Dollar ein und avancierte so zu dem finanzträchtigsten Kinostreifen des Jahres 1974. Die Roulette-Masche zieht offensichtlich hervorragend, in Kombination mit hochwertiger Starbesetzung landen die Filmemacher damit beinahe schon garantierte Kassenschlager.

7037380699_bebc9125ef_z

Roulette ist vergleichbar mit dem Schicksal selbst: Wer weiß schon, wo in Zukunft die eigene Kugel landet, ob die Bank alles einstreicht oder sich die goldene Gewinnerstraße öffnet? Bei diesem Gedanken allein kribbelt es den Drehbuchschreibern und Autoren in den Fingern! Denn ein spannendes Buch oder fesselnder Film funktioniert ganz genau auf derselben Basis wie das Roulettespiel: Die Story muss kräftig in Schwung kommen, ihre eigene Dynamik entwickeln und zu einem unvorhersehbaren Ende führen, nur dann reißt sie den Zuschauer richtig mit.